Petra und Wadi Musa

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Die historische Stätte Petra erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von mehr als 40 Quadratkilometern. Der schwer zugängliche und versteckt liegende Talkessel lässt sich einerseits über einen Gebirgspfad erreichen oder durch eine sehr enge Fels­schlucht, den Sik (Schacht). Dieser natürliche Zugang ist 1,5 Kilometer lang und an seiner engsten Stelle weniger als zwei Meter breit.

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Auf dem Gebiet sind mehr als 800 Baudenkmäler und historische Stätten erhalten geblieben, und in den umliegenden Bergen finden sich zahlreiche antike Opferplätze der Nabatäer. Die lange und wechselvolle Geschichte Petras und die zahlreichen Einflüsse verschiedener Kulturen haben ihre Spuren an der Architektur der Felsen­stadt hinterlassen. Oftmals finden sich, sogar an einem Bauwerk, sowohl naba­täische als auch griechische und römische Stilelemente.

Die Denkmäler
Zu den beeindruckenden Felsbauwerken Petras gehört u. a. die Fassade des fast 40 Meter hohen und 25 Meter breiten Schatzhauses Khazne Fauraun. Es liegt direkt an der Einmündung des Sik in den Talkessel Petras und ist in seiner Monumentalität ein atemberaubender Auftakt der Besichtigung. Ursprünglich diente das direkt in den rosaroten Sandstein gehauene Gebäude als Felsgrab; die Beduinen bezeichneten es später als „Schatzhaus des Pharaos“. Die korinthischen Säulen des massiven Felsbaus zeigen deutlich den späteren griechisch-hellenistischen Architektur-Einfluss.

Der Weg ins Zentrum Petras führt am Römischen Theater vorbei. Dieser Bau wurde ebenfalls direkt in den Felsen gehauen, und mit seinen mehr als 30 Sitzreihen fasste das Theater an die 5.000 Zuschauer. 

Unweit des Theaters erhebt sich die so genannte Königswand. Hier reihen sich 13 monumentale Fassaden von Gräbern hochrangiger Persönlichkeiten aneinander: So zum Beispiel das „Palastgrab“, das „Korinthische Grab“ und das „Soldaten­grab“. Auch an all diesen Gräbern lassen sich unterschiedliche Baustile erkennen.

Von der Königswand führt die Säulenstraße, die einstige Hauptstraße Petras, ins Zentrum der Stadt. Wohnhäuser finden sich hier nicht mehr, sie sind längst zerfallen. Geblieben sind aber die Reste eines Marktes, eines Tors und einer byzantinischen Basilika. Auch mehrere Tempel sind erhalten, darunter der riesige Haupttempel Qasr al Bint.

Folgt man einem Bergpfad durch das Wadi Kharaeeb und verlässt den Talkessel, so gelangt man zum Felsgrab Ed-Deir (Kloster). Das Bauwerk beeindruckt durch seinen ebenso schlichten wie monumentalen Stil und die einsam-exponierte Lage außerhalb der Stadt.

Geschichte
Funde aus der Alt- und Jungsteinzeit zeigen, dass die Wurzeln Petras bis ins Jahr 9.000 vor Christus zurückreichen. Im 5. Jahrhundert v. Chr. gründeten die Nabatäer, ein arabisches Nomadenvolk, auf dem günstig gelegenen Hochplateau eine Siedlung. Gemäß ihrer Nomadentradition lebten Sie anfangs in Zelten und schlugen vereinzelt Höhlenwohnungen in den Fels. Da sich Petra jedoch an der Kreuzung mehrerer antiker Karawanenstraßen und zudem in einem schützenden Talkessel befand, entwickelte sich die Region zur bevorzugten Station der Händler. Vor allem die reich beladenen Karawanen aus dem Süden Arabiens auf dem Weg in den Mittelmeerraum machten in Petra Halt.

Nach und nach übernahmen die Nabatäer die Kontrolle über die Handelsrouten, und ihre Siedlung blühte auf. Die Zeltstadt wurde allmählich befestigt und ein politisch-herrschaftliches System etabliert. Die ehemaligen Nomaden behaupteten sich gegen Ägypten, nahmen Damaskus ein und belagerten sogar Jerusalem. Vor allem jedoch entwickelten sie die Stadt zu einer bedeutenden Handelsmetropole. Die Nabatäer machten Petra zur Hauptstadt ihres Königreiches und bauten sie immer weiter aus. Sie errichteten z. B. Aquädukte, die die Wasserversorgung, ein wichtiger Punkt für die Betreuung der Karawanen, sicherstellten. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht im 2. Jahrhundert v. Chr. beherrschten die Nabatäer den Handel mit Weihrauch und anderen Luxusartikeln bis hin zu Seide aus China. Die wirtschaftliche Macht und der Wohlstand übertrugen sich auf die Architektur, die Bauwerke wurden immer monumentaler.

Der Wohlstand, den sich die Stadt mit dem Handel von Weihrauch, Silber und Gewürzen erwarb, blieb nicht lange ohne Neider. Um 300 v. Chr. entgingen die Nabatäer nur knapp der Eroberung und dies vor allem dank der schwer einnehmbaren Lage. Erst die Römer konnten die Ausweitung des Einflussbereichs der Nabatäer bremsen und ihre Entwicklung destabilisieren; dennoch blieb Petra gut 200 Jahre von Rom weitgehend unabhängig und autonom.

Der Untergang der nabatäischen Hauptstadt begründet sich letztlich vor allem in der Wirtschaftspolitik der Römer, die neue Handelswege etablierten, so dass Petra an Macht und Einfluss verlor und seinen Status als wichtige Handelstadt nicht mehr halten konnte. Damit war der Niedergang eingeleitet, und Kaiser Trajan besiegte die Nabatäer 106 n. Chr. und gliederte ihr Gebiet ins Römische Reich ein. Nach zwei schweren Erdbeben und der Eroberung der Region durch die Araber im Jahr 663 verließen die letzten Einwohner die inzwischen bedeutungslose Stadt und gaben sie dem Verfall preis.

Ein kurzes Zwischenspiel ereignete sich erst wieder im 12. Jahrhundert, als sich vorübergehend einige Kreuzritter in Petra niederließen und sogar vereinzelt Burgen anlegten. Nach dem Ende der Kreuzzüge dienten die Bauten Petras nur noch gelegentlich vorbeiziehenden Beduinen als Unterschlupf.

Bis zum Jahr 1812 waren die Kreuzritter die letzten Europäer, die Petra betreten hatten. Dann „entdeckte“ der Schweizer Arabienreisende Jean Lous Burckhardt die Siedlung Petra, die bis dahin im Denken der Europäer nur noch als Legende einer verschollenen, in den Fels geschlagenen Stadt im Nahen Osten vorhanden war. Um 1900 setzte die wissenschaftliche Forschung um Petra ein und es wurden zahlreiche archäologische Ausgrabungen durchgeführt. Im Jahr 1958 wurde das Stadtzentrum ausgegraben, zwischen 1993 und 2002 die Ruinen des Tempels Qasr al-Bint und das Temenos-Tor. Man schätzt, dass bisher lediglich 20 Prozent der antiken Stadt ausgegraben wurde.

Die touristische Erschließung Petras begann fast zeitgleich mit dem Beginn der Ausgrabungen in den 20er Jahren. In deren Folge siedelte die jordanische Regierung den Beduinenstamm, der bis dahin die kühlen Gebäude Petras als Wohnungen genutzt hatte, um. Die Beduinen wohnen nun in den Dörfern der Umgebung, vor allem im Wadi Musa, und leben in der Hauptsache vom Petra-Tourismus. In den 80er Jahren wurde vor dem Eingang zum Sik ein Besucherzentrum errichtet, und in den 90er Jahren wurde das Gebiet zum geschützten Nationalpark erklärt.

 

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